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Eine kurze Reise in die Geschichte

Der Begriff "Lesbe" wurde von der grichischen Dichterin Sappho geprägt. Dass viele ihrer Lieder homoerotischen Inhaltes sind und sich auf die Liebe zwischen Frauen beziehen, lässt sich noch heute an den Bezeichnungen „lesbisch“ und etwas seltener „sapphisch“ erkennen, die für weibliche Homosexualität gebraucht werden.
Weibliche Homosexualität war im antiken Griechenland also auch im öffentlichen Rahmen anzutreffen. In Sparta war die lesbische Liebe sogar ein Bestandteil der Erziehung.  sappho.jpg 

Die griechische Dichterin Sappho wurde vor dem Jahr 600 v. Chr. geboren und lebte vorwiegend auf der Insel Lesbos, wo sie im Kult der Aphrodite und der Musen  Freundinnen und Schülerinnen um sich sammelte (Sapphismus). Wie zu dieser Zeit üblich, wurden Mädchen und Frauen unterrichtet und ihre vielversprechenden Talente in Anmut, Grazie, Poesie, Philosophie und Musik gefördert. Edle und gebildete Frauen bemühten sich intensiv um ihre Schülerinnen, die sich gern den erfahreneren Frauen anschlossen. Diese Frauengesellschaften  pflegten die Tradition und gaben von Generation zu Generation ihr Wissen weiter. So gründete auch Sappho auf Lesbos ihre Sängerinnen-Schule, die weithin Ruhm erlangte. Sie verfasste glühende Liebesgedichte an ihre Schülerinnen. In der späteren griechischen Geschichte wurden die Dichtungen Sapphos kritisiert und teilweise geächtet, indem man Sappho als Hetäre beschuldigte und ihren guten Ruf durch üble Gerüchte zerstörte. Grund dafür war wahrscheinlich ihre leidenschaftliche und hingebungsvolle Lyrik, in der sie die Liebe pries und ihre Empfindungen ausdrückte. Dies galt in späteren Zeiten nicht mehr als sittsam genug. Die Liebe wurde nur noch überhöht und in abstrakterer Form beschrieben. Dazu kam, daß die Frauen und Mädchen auf Lesbos ein eigenständiges, unabhängiges, geselliges und öffentliches sowie freíes Leben führten. Die Frauen waren gebildet, konnten ihre Talente in der Poesie und in den philosophischen Betrachtungsweisen entwickeln. Dies alles war den späteren Frauen, z.B. in Athen nicht mehr vergönnt. Diese lebten zurückgezogen für die Familie, den Haushalt und beaufsichtigten das Personal. Insofern ist Sapphos spätere Ächtung auch als bewußte Diskriminierung der Frauen zu verstehen.  

 

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